Bastian sagt:
Dieses Blog ist noch nie durch eine besondere Heiligenverehrung aufgefallen, aber bald, am 17. März um genau zu sein wird überall auf der Welt – nicht nur in Irland (auch wenn es da der Nationalfeiertag ist) – der St. Patricks Day gefeiert.
Das ist der Tag der den meisten Deutschen aus zwei Gründen bekannt ist: Zum einen sieht man in gefühlt jedem Dritten Hollywood-Film eine St. Paddy‘s-Day Parade in der sich irgendwelche Bösewichte verstecken und zum anderen ist das der Tag an dem so ziemlich alles grün gefärbt wird, so z.B. Schnaps, Hüte oder auch mal eben der Chicago River.
Das ist ja alles schön und gut und auch hierzulande wird der Stout-Konsum kurzfristig wieder ein hoch erreichen. Aber was genau hat der olle Patrick überhaupt zustande gebracht das sich einige Millionen Iren weltweit sturztrunken an diesem Tag in den Armen liegen? Und was hat mit Wissenschaft zu tun?
Der heilige Patrick war ein christlicher Missionar im 4./5. Jahrhundert der dort ganz fleissig alle Menschen überredet hat doch jetzt mal an einen anderen Quatsch zu glauben. Und was kann man besseres machen als dazu ein kleines Wunder aufzuführen: Denn der Legende nach hat Patrick alle Schlangen aus Irland vertrieben. Und tatsächlich: In Irland gibt es keine wilden Schlangen die nicht irgendwann mal von Haustierbesitzern ausgesetzt wurden.
Doch das Ganze bleibt nicht mehr als eine schöne Legende, denn die Gründe sind (wenig überraschend) ganz andere: Zum einen berichtet die Wikipedia davon das es sich bei den Schlangen schlicht um ein Symbol für das damals verbreitete Druidentum handelt was Patrick durchaus aus Irland vertrieben hat – indem er die Menschen zum Christentum konvertieren lies. Aber das beantwortet noch nicht die Frage wieso es dann wirklich keine echten Schlangen auf Irland gibt.
Die Antwort dafür liefert uns die Erdgeschichte und genauer gesagt die letzte Eiszeit: Während der maximalen Ausdehnung des Eises waren die britischen Inseln allgemein von einer Eisschicht überzogen die es den wechselwarmen Reptilien, die Schlangen nunmal sind, unmöglich machten dort zu überleben.
Vor gut 18000 Jahren begann das Eis sich zurückzuziehen und es entstand eine Landbrücke zwischen England und dem was heute das europäische Festland ist. Darüber konnten die Schlangen England und Schottland bevölkern. Allerdings hatte das schmelzen der Eisschicht auch noch andere Konsequenzen: Der Meeresspiegel stieg an. Und so gab es keine Landbrücke mehr zwischen Irland und dem Rest der britischen Inseln. Und da Schlangen nicht gerade zu den schnellsten Tieren gehören haben sie das Zeitfenster von “Warm genug zum rübermachen nach Irland und Landbrücke vorhanden” verpasst. Wer dazu noch mehr wissen will sollte auf dieser (englischsprachigen) Webseite mal nachschauen.
Da hatte der Patrick also wenig zu tun wenn er wirklich versucht haben sollte die echten Schlangen aus Irland zu vertreiben. Aber das soll euch natürlich nicht daran hindern zu feiern und für einen Tag Ire zu sein (immer noch besser als Karneval/Fasching).
Also lasst euch euer Stout und den Whiskey schmecken.
St. Paddys Day…
Kurzer Programmhinweis: Die GoodNightFolks spielen morgen Abend ein verfrühtes St. Patricks Day-Konzert im Rathlins Pub in Münster. Wer Folk mag und sich gerne Stout hinter die Binde kippt dürfte auf jedenfall auf seine Kosten kommen….